Wenn man schon viele Radkilometer in den Beinen hat, aber noch nie so richtig in den Bergen war, ist es schon ein etwas komisches Gefühl, was einem wohl blühen wird wenn man den Berg hochfährt. Wirft er Dich ab, wird es schlimm, evtl. heiß, reicht das Trinken und und und.
Wie gesagt an der Erfahrung auf dem Rennrad kann es nicht liegen, da sind schon ein paar Jahre zusammengekommen, es ist der Berg.
Wie bereite ich mich auf so was vor? Da ich in machen Sachen sehr akribisch sein kann, hab ich auch hier versucht mich möglichst bestens vorzubereiten. Hierzu aber nur ein ganz kleiner Auszug. Vielleicht blog ich über meine Vorbereitungsprogramm ein anderes mal
Im Frühjahr, wie könnte es anders sein viele flache Kilometer und dann langsam an die Berge am Fuße der Schwäbischen Alb rantasten.
Die Kilometerzahl und die Höhenmeter langsam hoch schrauben und zu guter Letzt meine ganz persönliche „Nuove Colli“ (in Anlehnung an das berühmte Radrennen in Italien) an der Schwäbischen Alb durchführen. Dabei kommen doch auch 70-80km und 1200-1500 Höhenmeter zusammen, je nach Variante. Und immer gut essen, damit der Kohlehydrathaushalt stimmt. Und immer schön den Kohlehydrathaushalt im Auge behalten, damit genug Energie da ist. Ich versorg mich mit meiner Pasta immer hier Nudeln, einfach lecker und eine große Auswahl.
Zurück zum Gampenjoch. Wir hatten unser Quartier oberhalb von Eppan in der Fraktion Perdonig bezogen. Wer schon mal dort war, weiß das es von Perdonig aus nur in einer Richtung losgeht und zwar zuerst immer nur bergab. Alles kein Problem, wenn zum Schluss der Tour nicht wieder der Aufstieg wäre. Bei meinem Start war Bilderbuchwetter, Mitte September, herrliche frische Luft und eine unbeschreibliche Aussicht.
Nachdem die Abfahrt ohne Probleme erledigt war, Spitzengeschwindigkeit um die Tempo 70, ging es frohen Mutes über Missian, Andrian nach Lana wo die Auffahrt zum Gampenpass war. Die Beschilderung war gut und so konnte der erste Berg erklommen werden. Ich hatte mir vorgenommen schön langsam zu fahren ohne mich zu überanstrengen und einfach mal schauen was passiert. Langsam aber stetig ging es bergauf, den Blick sehr sehr oft auf das Etschtal und seine Obstplantagen gerichtet. Für mich als newbie war es wirklich faszinierend wie schnell man doch eigentlich an Höhe gewinnt und die Häuser unter einem kleiner werden. Auf geschätzter halben Höhe habe ich mir dann eine kleine Pause gegönnt. Dann wieder auf den Sattel und weiter. Mein ganzes unternehmen ging eigentlich schneller voran als gedacht und ich kam zügig voran. Eine kleine Fahrt durch einen Wald und ich hatte das Ziel vor Augen. Mein erster richtiger Pass war geschafft. Stolz wie Oskar stieg ich vom Rad. Da es aber oben recht schattig war zog ich es dann doch vor wieder weiter zu fahren und über St. Felix, Fondo und Belveder auf den Medendelpass zu fahren. Hier hatte ich übrigens in der Planung der Tour nicht richtig aufgepasst und hatte übersehen, dass es noch ein paar Meter hochging, nicht schlimm, in meinen späteren Touren hab ich da noch ganz andere Dinge übersehen.
Ober dann auf dem Mendelpass angelangt hab ich mir erst mal einen schönen Espresso gegönnt. Diese Bar wurde übrigens zu meiner Stammbar auf dem Mendelpass und immer wenn ich oben war ging ich dort hinein und werde es vermutlich auch wieder machen wenn ich denn mal wieder oben bin. Keine Ahnung wie sie heißt, man muss etwas eine kleine Auffahrt hochfahren (Tolle Beschreibung, ich weiß).
Der Espresso war schön rund und kräftig mit toller Crema, im Nachhinein erinnert er mich an den Kaffee und Espresso Casa aus meinem Online-Geschäft meines Vertrauens ::)) www.Kaffeenudel.de. Tolle Kaffee´s, Espressi und Pasta.
Dann weiter den Mendepass runter. Einfach herrlich so einen Pass runter zu schießen. Im oberen Teil mit den hineinragenden Felsen…
Zu guter Letzt dann aber wieder der Aufstieg von Eppan nach Perdonig. Es ging ganz gut, obwohl die Steigungen teilweise viel steiler waren als am Gampenjoch.
Ich war wieder zurück und froh es geschafft zu haben. Und eigentlich war es gar nicht so schlimm, natürlich gehört eine entsprechende Vorbereitung dazu. Und eins war auch sicher, dies war nicht mein letzter Pass!

